In der Hochschulpolitik der Bundesländer ging der Trend einige Jahre lang in Richtung der Einführung von Studiengebühren. Doch in jüngster Zeit hat sich das Blatt gewendet. Die Ergebnisse von Landtagswahlen hatten in vielen Bundesländern die Abschaffung der Studiengebühren zur Folge. Den Anfang machte Hessen.

Nach der Landtagswahl von 2008 schaffte der Landtag, in dem SPD, GRÜNE und Linke die Mehrheit stellten, die Studiengebühren ab. Im Saarland verlor die CDU bei der Landtagswahl 2009 ihre absolute Mehrheit und musste als Teil der neuen Jamaika-Koalition ( CDU, FDP, GRÜNE ) der Abschaffung der Studiengebühren zustimmen. Nordrhein-Westfalen zog nach der Landtagswahl 2010 nach, als die CDU-FDP-Koalition ihre Mehrheit im Landtag verlor und eine rot-grüne Minderheitsregierung die Macht übernahm. Kurz danach waren die Studiengebühren auch in Hamburg wieder Geschichte, denn die SPD erhielt bei der Bürgerschaftswahl 2011 die absolute Mehrheit und schaffte die Studiengebühren ab dem Wintersemester 2012/13 ab.

Als in Baden-Württemberg 2011 Grün-Rot Schwarz-Gelb ablöste, kam eine weitere Landesregierung an die Macht, die die Studiengebühren abschaffen will. Ab dem Wintersemester 2012/13 verlangen sehr wahrscheinlich nur noch Bayern und Niedersachsen, dass von den Studierenden Studiengebühren entrichtet werden müssen. Doch auch hier könnte sich in nächster Zeit der Wind drehen. Denn in beiden Ländern stehen 2013 Landtagswahlen an. Und aktuelle Umfragen lassen vermuten, dass die amtierenden schwarz-gelben Regierungen ihre Macht verlieren könnten. Die neuen Regierungen würden im Falle eines Wahlsieges wahrscheinlich die Studiengebühren abschaffen. Dann wären die Studiengebühren in Deutschland endgültig Geschichte.