Studenten haben ein großes Interesse daran, die Bildungspolitik im allgemeinen, insbesondere jedoch die Hochschulpolitik mitzugestalten. Zum einen haben sie ein persönliches Interesse daran, da jede Änderung im Bereich der Hochschulpolitik ihre persönliche Lebenssituation stark beeinflussen kann. Beispielsweise die Einführung oder Abschaffung von Hochschulgebühren haben erheblichen Einfluss auf die Haushaltsplanung der Studierenden. Außerdem haben viele Studenten auch ein gesamtgesellschaftliches Interesse an der Bildungspolitik. Insbesondere in gut ausgebildeten Gesellschaftsschichten, zu denen die Studenten gehören, wird gute Bildung als ein eigener Wert aufgefasst. Viele Studenten setzen sich dafür ein, dass ihre Ideale im Bereich der Bildungspolitik umgesetzt werden.
Die Möglichkeiten zur Mitbestimmung sind jedoch sehr gering. Die Studenten können ihre Vertreten in den Studierendenausschuss AStA wählen. Die Befugnisse des AStA unterscheiden sich je nach Bundesland, doch sind sie in allen Fällen relativ gering. Die wichtigen Entscheidungsgremien der Universität, in denen über die Besetzung von Professuren und die Ausrichtung der Fakultäten entschieden wird, haben je nach Hochschule unterschiedliche Namen, doch ist ihnen gemein, dass die Vertreter, die von den Studenten in diese Gremien gewählt werden, nur weing Einfluss ausüben können. Die Mehrheit der Stimmen hat immer die Professorenschaft inne.
Da die institutionellen Möglichkeiten der Einflussnahme der Studenten sehr gering ist, bleibt in vielen Fällen nur der öffentliche Protest. Wenn die Landesregierungen einschneidende Maßnahmen ergreifen, die von der Mehrheit der Studierenden abgelehnt werden, kommt es zu öffentlichen Demonstrationen, Bildungsstreiks und Hochschulbesetzungen. Mit diesen Aktionen versuchen die Studierenden öffentlich Druck auf die Regierungen auszuüben, um die Maßnahmen in ihrem Sinne abzuändern.